Beim Mia Gjakonovski Quartett handelt es sich nicht um ein altbackenes Quartett mit einer Sängerin als Frontfrau, die brav Texte interpretiert und von einem instrumentalem Trio begleitet wird, sondern um ein Quartett der “stimmlich-instrumentalen Gleichberechtigung”. Mia Gjakonovski fügt sich mit dem instrumentalen Gebrauch ihrer Stimme perfekt ein in das Klanguniversum ihrer Band und konterkariert damit das herrschende Klischee, dass Sänger*innen zwangsläufig Text singen müssen. Im Mia Gjakonovski Quartett tritt die lyrische Sprache in ihrer allgemeingültigen Form in den Hintergrund, dafür rückt die klangliche Sprache mehr in den Vordergrund. Man fühlt sich in dem Gebrauch ihrer Stimme an die brasilianische Sängerin Luciana Souza in deren Zusammenarbeit mit Maria Schneider erinnert.

Mia Gjakonovski verschmilzt in ihrer Musik auf höchst originelle Weise ihre persönlichen musikalischen Einflüsse, die von Jazz, Volksmusik, Gospel und dem südlichen Balkan geprägt sind.